Neben der Reisebranche nimmt auch die Kreuzfahrtbranche mit Blick auf den Corona-Impffortschritt wieder an Fahrt auf.

 

Trotz des Impffortschrittes bleiben im Vergleich zu Kreuzfahrten vor der Corona-Pandemie einige Einschränkungen. Der Blogbeitrag beschäftigt sich mit dem durch die Corona-Pandemie einhergehenden Informationspflichten des Reiseveranstalters (Teils 1), dem Rücktrittsrecht für Reisende von Kreuzfahrten (Teil 2) und Reisemängeln und Folgen (Teil 3).

 

 

 

 

 

RA Lutz Eggebrecht

Ihre Ansprechpartnerin:

Rechtsanwältin Sophie-Laura Wagner

Informationspflichten des Reiseveranstalters

Über die wesentlichen Eigenschaften der Reisen muss der Reiseveranstalter den Reisenden vor Abschluss des Reisevertrages informieren. Dies ist in Corona-Zeiten nicht immer leicht und führt schnell zu Haftungsrisiken des Veranstalters, wenn die Informationspflichten nicht eingehalten werden.

 

Der Reiseveranstalter muss vorvertraglich bereits über Einreisebestimmungen aus dem Herkunftsland informieren. Dazu zählen nicht nur allgemeine Pass- und Visumserfordernisse des Bestimmungslandes einschließlich der ungefähren Fristen für die Erlangung von Visa, sondern auch gesundheitspolitische Formalitäten des Bestimmungslandes wie z.B. negative Corona-Tests, Impfnachweise und Quarantänepflichten.

 

Aber nicht nur vorvertraglich muss der Reiseveranstalter hierüber informieren, sondern auch nach Abschluss des Reisevertrages aufgrund seiner Fürsorgepflicht. Bei den sich dauernd ändernden gesundheitspolitischen Formalitäten eine große Herausforderung für Reiseveranstalter und haftungsträchtig.

 

Auch über den möglichen Abschluss einer Reisrücktrittskostenversicherung oder einer Versicherung zur Deckung der Kosten einer Unterstützung einschließlich einer Rückbeförderung bei Unfall, Krankheit und Tod muss hingewiesen werden.

 

Wer meint eine solche Versicherung sei in der Pandemielage die notwendige Absicherung, irrt häufig. Viele Versicherungen schließen Leistungen im Pandemiefall oder im Falle einer Reisewarnung aus. Es gilt sich daher genau zu informieren, o der Pandemiefall oder Reisewarnungsfall mitversichert ist.

 

Im Hinblick auf Reiseausschreibungen ergeben sich neue Verpflichtungen. Auf eine Corona-Testpflicht muss im Rahmen der Reiseausschreibung (Katalog, Prospekt, Flyer, Internetangebot u.a.) hingewiesen werden. Das bedeutet, der Reisenden muss bereits vor Vertragsschluss auf die Pflicht hingewiesen werden, nachschieben kann man diese Verpflichtungen nicht. Denn der Reisende muss vor der Buchung erkennen können, ob er die persönlichen Voraussetzungen zur Durchführung der Reise überhaupt erbringen kann oder will.

 

Das Risiko, den körperlichen bzw. gesundheitlichen Vorgaben bei Reisantritt zu genügen, liegt dann jedoch allein beim Reisenden.

 

Auch auf die Schiffsordnung sowie besondere Hygiene- und Schutzmaßnahme an Bord (wie z.B. Maskenpflicht an Bord, Einhaltungspflicht der AHA-Regeln, Kontaktreduzierung, tägliches Temperaturmessen, Corona-Schnelltests nach Landgängen) muss bereits vor Reisebuchung hingewiesen werden.

 

Der Impfstatus kann zur Voraussetzung für einen Reisevertragsabschluss gemacht werden. Allerdings muss hierauf ebenfalls bereits vor Vertragsschluss hingewiesen werden. Zur Frage ob der Impfstatus zur Voraussetzung für den Abschluss eines Reisevertrages gemacht werden kann, dürfen wir auf unseren Blockbeitrag „Impfstatus als Voraussetzung für Reisevertragsverhältnisses“ verweisen.

 

Gehört auch die Beförderung vom Auslandshafen nach Deutschland zu den Leistungen des Reisevertrages muss der Reisende vom Reiseunternehmen vorvertraglich über Einreisbestimmungen nach Deutschland informiert werden (Testpflicht beim Rückflug oder Einreise).

 

Über die Quarantänepflicht von Reiserückkehrern nach der CoronaEinreiseV muss der Veranstalter dagegen nicht informieren, da es sich nicht um Einreisebestimmungen handelt, sondern diese erst nach der Einreise greifen.

 

Gerne helfen wir Ihnen, wenn Sie Schwierigkeiten im Rahmen einer Reisbuchung haben. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.